Der verheißungsvolle Auftakt zur Einzelausstellung der figurativen bis leicht abstrakten Tierporträt- und Menschenbilder präsentiert 28 moderne Papierarbeiten mit Acryl- und Aquarellfarben von der studierten Gegenwartskünstlerin Diana Achtzig, die seit 1990 im Kunstmarketing tätig ist. Die neue Ausstellung findet vom 13.01.2021 bis zum 31.3.2021 unter dem Titel „Chimären aus Tier und Mensch in der Zeit der Corona-Pandemie“ in Berlin statt.

Chimären aus Tier und Mensch in der Corona-Zeit

Die Künstlerin zeigte schon vor 31 Jahren in ihrer ersten eigenen interkulturellen Galerie in Amsterdam die Fähigkeit, in ihren Acryl- und Eitemperabildern sowie Ölgemälden auf Leinwand und Papier ihre persönlichen Erlebnisse mit aktueller Zeitgeschichte mit ihrem Kunstmarketing zu verbinden. Auch die Analyse unseres gesellschaftlichen Gedächtnisses und die wissenschaftliche Kunstgeschichte als Dozentin vor 18 Jahren werden in komplexen, mehrschichtigen und suggestiven Bildern zusammengeführt. Schon in ihrem damaligen künstlerischen Spektrum sowie ihrem intensiven Spiel mit Farbe zeichnete sich eine besondere Tiefe ihrer Lesart ab.

Corona-Lockdown – Identitäten verwischen

Die Tierporträt- und Menschenbilder der modernen Künstlerin Diana Achtzig gewannen weiter an dekonstruktivistischer Abstraktion. Ein kräftiger Farbauftrag wurde zugunsten eines höheren Abstraktionsgrades wieder von Leinwand und Papier abgekratzt. Damit verwischen die Identitäten der Figur bis hin zur Unkenntlichkeit der Seele in der Zeit der Corona-Pandemie. Im Corona-Lockdown geschehen mit uns seltsame Verwandlungen, welche die Künstlerin in ihren neuen Werken als Chimären aus Tieren und Menschen interpretiert. Hier verschmelzen plötzlich Menschen mit ihren Haustieren, Gewalt türmt sich ekstatisch gegen Frauen und Kinder auf. In besonderen Einzelfällen übernimmt das animalische Innenleben in uns Menschen die Führung. Einst friedliebende Bürger werden über eine Seelenmutation zu Chaoten. Die Geschlechter verwischen, verschwinden und verschmelzen zu komplexen Möglichkeiten einer neuen Identität. Aus diesen Überlegungen schärfte sich die Bildidee zu dieser bildnerischen Ausstellung der studierten Malerin Diana Achtzig, die ihren Diplomabschluss an der Universität der Künste in Berlin (UdK), (Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin) absolvierte.

Der Dekonstruktivismus in der modernen Malerei von Diana Achtzig

Der leicht abstrakte Farbauftrag mit einem ausgekratzten dekonstruktivistischen Aspekt lehnt sich nur leicht an der Bewegung des Dekonstruktivismus an. In den Geisteswissenschaften war der französische Philosoph Jacques Derrida der Begründer sowie Hauptvertreter der Dekonstruktion. Diese analytische Technik der Zerlegung von Sinneinheiten und Bedeutungskonstruktionen wurde neben Philosophie und Literaturtheorie auch von der Kulturtheorie übernommen. Judith Butler führte diesen Ansatz in der feministischen Philosophie und Gendertheorie weiter und zerstörte patriarchal konstruierte Geschlechtsidentitäten. In der Architektur wird unter der Stilrichtung des Dekonstruktivismus hingegen eine signifikante Zerlegung von Struktur und Form verstanden. Diese Strukturen und Formen werden nun zu einer ganz neuen architektonischen Ordnung wieder zusammengesetzt. Mit dem dekonstruktivistischen Aspekt wurde der malerische Prozess des Farbauftrags in seiner Abstraktion erhöht und gefestigt. Die zeitgenössischen Figuren-Arrangements zeigen eine außergewöhnliche Vielfalt und tragen ihre Corona-Verletzungen, Narben, Biografie- und Karrierebrüche stolz wie ihre Corona-Masken. Die Malerin möchte echte Menschen mit ihrer Farbmaterialität und der Malerei in ihren Acryl- und Eitemperabildern sowie Ölgemälden zu ihren Bildideen in Papierarbeiten verschmelzen lassen.

Die zeitgenössische Malerin verwendet die Schwarz-Weiß-Fotos eines Widerstandskämpfers gegen die Nazis

Viele der malerischen Motive erinnern an Schwarz-Weiß-Fotos ihrer eigenen Familie Achtzig, denn hier verbirgt sich ein großes Geheimnis. Diese Familie hatte viel Bauernland in der heutigen Kleingartenanlage des „Kleingartenvereins Am Ahrensfelder Berg e.V. in Eiche“ im heutigen Fuchsienweg“ (16356 Ahrensfelde OT Eiche), weil ihr Großvater Max Konrad Achtzig, der in Warschau geboren wurde, einen riesigen Bauernhof besaß. Er bildete sich in Ahrensfelde in der Bibliothek selbständig weiter und brachte sich selbst das Geige spielen bei. Als Bürgermeister leistete er ebenfalls seinen Beitrag und wurde mit der Aufgabe betraut, das Bodenreformland im Ort Eiche (bei Berlin) aufzuteilen.

Die Widerstandsgruppe Anton Saefkow

Als Kommunist war er ein Mitglied der Widerstandsgruppe „Anton Saefkow“. Als Widerstandskämpfer gegen die Nazis trug er die gesamte Post der Gruppe verdeckt als Kurier aus. Zudem versteckte er unter Lebensgefahr seiner eigenen Familie drei jüdische Familien auf seinem Dachboden vor den Nationalsozialisten. Es gelang ihm, als Fischhändler alle Familienmitglieder erfolgreich durch den gesamten Krieg zu bringen. Mehrmals stand er unter Verdacht, es erfolgten Hausdurchsuchungen und er landete sogar selbst zeitweise in einem Konzentrationslager. Eines der Mitglieder der Widerstandsgruppe Anton Saefkow holte ihn auf Bitte seiner Ehefrau Frieda Achtzig wieder aus der Nazi-Gefangenschaft heraus. Als Fischhändler ernährte Konrad Achtzig auf eigene Kosten die drei jüdischen Familien und den gesamten Ort in Eiche bei Berlin. Dafür erhielten er und seine Frau Frieda Achtzig eine VDN-Rente. Erst später zog er innerhalb von Eiche bei Berlin in die Ruhrstraße um. Als er starb, wurde sein Wiesen- und Bauernland und das vom Bauer Möser vom Kleingartenverband widerrechtlich besetzt. Beide Familien konnten über je ein Gerichtsurteil ihr Land zurück erhalten. 

Technologisch verbesserte Tiermenschen bevölkern die leicht abstrakten Papierarbeiten der Malerin Diana Achtzig

Schon zuvor thematisierte Diana Achtzig in ihren zahlreichen Galerieausstellungen seit ca. 1990 das Motiv der Verschmelzung von Tier und Mensch und erweiterte dieses um die Komponente der technologischen Verbesserung. Derart entstanden ihre korrespondierenden Gemäldeserien auf Leinwand und Papier.

Kein „Schönheitsideal a la Instagram“

Im Transhumanismus von Diana Achtzig werden Chimären aus Tier und Mensch mithilfe von digitaler Künstlicher Intelligenz (KI), Robotertechnik und deren Implantaten verbessert. Welcher Mensch träumt nicht davon, ein besseres Hörvermögen und eine schärfere Sehleistung zu erlangen, sogar vom ewigen Leben. Die Digitalität würde diese technisch unvorstellbaren Möglichkeiten anbieten. Darin finden sich unbegrenzte Phantasien eines verbesserten Menschen. Damit folgt die Künstlerin nicht einem „Schönheitsideal a la Instagram“, sondern einer wissenschaftlichen Suche nach den ultimativen technischen Möglichkeiten in der Forschung und Wissenschaft. Als Autorin beschäftigt sie sich mit der Digitalität, KI und VR.

Fazit des Ausstellungsporträts

Die Einzelausstellung unter dem Titel „Chimären aus Tier und Mensch in der Zeit der Corona-Pandemie“ von der Galeristin, Malerin und Bildhauerin Diana Achtzig in der Degewo Hochhaus Galerie zeigt die beispiellose Synergie einer sich auflösenden, aus den Fugen geratenen Zeitgeschichte unter einem zweiten Corona-Lockdown. Es verschwinden Identitäten, Geschlechtergrenzen und die Gewalt sprießt wie Unkraut aus den Beziehungen. Das verbinde Element und bringt eine technische Wende hin zur Digitalität sowie Künstlichen Intelligenz mit sich. Lässt sich im Transhumanismus möglicherweise eine verbesserte Version des Menschen – als Chimären aus Tieren, Menschen und Technologie – finden? Dies gilt es in der Ausstellung zu untersuchen.

Die Kurz-Vita der Gegenwartskünstlerin Diana Achtzig und das Kunstmarketing

Als Galeristin, Malerin und Bildhauerin gelang es ihr, sich ein gekonntes Kunstmarketing für Ihre Achtzig-Galerie für zeitgenössische Kunst und Berlin Produzentengalerie im In- und Ausland aufzubauen. Nach ihrem Studium an der Universität der Künste Berlin genoss sie bei studierten Künstlern der „Neuen Leipziger Schule“ z.B. Alex Bär (Professoren Neo Rauch und Arno Rink (Rektor) Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße 11, 04107 Leipzig) und Grafiker Steffen Wilbrandt (HGB Leipzig bei Prof. Bernhard Heisig) akademischen Unterricht zu nehmen. Ab dem 01.04.2020 wurde Diana Achtzig die Galeristin der Degewo Hochhaus Galerie. Sie wurde mit der Aufgabe betraut, auch für diese Galerie das Kunstmarketing für die Künstler zu übernehmen und aufzubauen.

Die Degewo Hochhaus Galerie

Besucherinnen und Besucher sind herzlich dazu eingeladen, diese neue Einzelausstellung vom 13.01.2021 bis zum 31.03.2021 im Foyer des Degewo-Skywalks in der Raoul-Wallenberg-Straße 40/42 in 12679 Berlin selbständig in Augenschein zu nehmen.