Drei Positionen zum Gallery Weekend
Vom 26. bis 28. April 2019 fand das Gallery Weekend Berlin statt. Auch die Achtzig Galerie in der Hagenauer Straße 7 im Prenzlauer Berg war an allen drei Tagen von 11 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet, für Sammlerinnen und Sammler, Kunstschaffende und alle Interessierten.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Gallery Weekend Berlin lief vom 26. bis 28. April 2019.
- Sylvia Schramm zeigte digitale Malerei auf Metall zwischen Mode und Kunst.
- Der Fotograf Dieter Hanf präsentierte eine Porträtserie.
- Renélo Mooschaer (UdK Berlin) stellte Acryl- und Ölbilder aus.
Sylvia Schramm: aus der Modewelt
Sylvia Schramm studierte Modedesign an der heutigen Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Danach reiste sie als Designerin und Einkäuferin für einen großen Jeansfilialisten um die Welt. Mit 26 Jahren wurde sie Zentraleinkäuferin beim Otto-Versand in Hamburg, wo sie Karriere machte und für bis zu 40 Katalogseiten verantwortlich war. Reisen zur Inspiration, in die Produktion und zu Fotoshootings gehörten zu ihrem Alltag.
Abschied vom Flüchtigen
Schon als Studentin und Model kannte Sylvia Schramm die Modeszene vor und hinter den Kulissen, und damit auch ihre vergängliche Seite. Nach der Geburt ihrer Kinder widmete sie sich der Malerei und stellte mehrfach aus, bevor sie vom Pinsel zum Touchpen und Tablet wechselte. Nach einem Ausflug in Öl und Acryl wurde Mode wieder ihr zentrales Thema: Sie entwarf Strickkollektionen und Tücher.
2013 entschied sie sich, das Vergängliche der Mode hinter sich zu lassen und etwas Bleibendes zu schaffen. Ihre Bilder schlagen eine Brücke zwischen Kunst und Mode, geprägt von Zeitgeist und Geschichte. Mit Modeszenen zeigt sie Facetten des heutigen Frauenbildes, zwischen Stärke und Weiblichkeit. Hartes Metall und sinnliche Stoffe, Rost und Glanz halten diese Motive fest.
Digitale Malerei auf Metall
Street-Art, Pop-Art und Collage verbindet Sylvia Schramm in digitaler Malerei auf dem Tablet. Ihre Motive sind bewusst „löchrig“, damit der metallische Untergrund sichtbar bleibt und Teil des Bildes wird. Die malerische Wirkung entsteht in einem langen Druckprozess, bei dem sie die Dateien immer wieder zur Probe auf Metall druckt. So entsteht ein Spiel aus Matt und Glanz, und jede Arbeit bleibt ein Unikat. Gerahmt wird in Eisen, was das Gewicht der Werke unterstreicht.
Großformatige Cut-outs zeigen eine andere Herangehensweise mit ähnlicher Technik: Die Grenzen des Bildes verschwimmen, die Figuren werden Teil ihrer Umgebung. Daneben entstehen kleinere, limitierte Grafikeditionen auf Metall mit Neon-Plexirahmen.
Ausstellungen von Sylvia Schramm
Die Hamburger „Fabrik der Künste“ zeigte 2015 und 2018 Einzelausstellungen der Künstlerin mit jeweils 35 großformatigen Werken. Seitdem vertrat die Galerie Marion Stoeter ihre Arbeiten auf der Affordable Art Fair in Hamburg, auf Mallorca waren sie in der Galerie ARTE CASA zu finden. Außerdem stellte sie auf der Kunstmesse „Berliner Liste“ und in Amsterdam aus. In der Achtzig Galerie Berlin waren ihre Arbeiten vom 12. April bis 8. Mai 2019 zu sehen.
Dieter Hanf und Renélo Mooschaer
Der Fotograf Dieter Hanf zeigte in der Achtzig Galerie eine Porträtserie, die das Innenleben der Menschen in den Blick nimmt.
Daneben stellte Renélo Mooschaer von der Universität der Künste Berlin Acryl- und Ölbilder aus. Ihre dichten Leinwände zeigen Symbole wie Pyramiden, Eulen und Hörner, geheimnisvolle Zeichen und philosophische Texte großer Denker. Sie erzählen von der technologischen Verwandlung des Menschen: Menschen verschmelzen mit humanoiden Robotern, tauchen am Bildrand auf und verschwinden wieder. Ihre hellen Farben und großen Formate erinnern an Jean-Michel Basquiat. Weil Frauen nach Ansicht der Künstlerin auf dem Kunstmarkt stark benachteiligt sind, arbeitet sie unter einem männlich klingenden Namen.
Mooschaer gehörte auch zum festen Programm der Galerie, etwa bei der digitalen Vernissage 2020. Mehr über die Galerie liest du im Artikel Kunstgalerie Berlin Achtzig für zeitgenössische Kunst.


