Digitale Kunst Bildung

Zwischen Mensch und Maschine – XR trifft KI in Berlin

IUNO Fellowship 2027

Das Berliner Innovationszentrum IUNO ruft zum Open Call für kreative XR‑AI‑Projekte unter dem Thema »Anthropomorphismus« – ein Jahr voller technischer Ausstattung, interdisziplinärer Forschung und Kulturförderung wartet.

Zwei transparente humanoide Figuren mit VR-Brillen interagieren mit einer abstrakten Kunstinstallation aus Glas und Lichtwellen.
AI generiert

Das Fellowship auf einen Blick

Das EU-geförderte Innovationszentrum IUNO an der HTW Berlin sucht für sein Artistic Fellowship 2027 ein künstlerisches Konzept, das künstliche Intelligenz (KI) und Extended Reality (XR) zu einem neuartigen, interaktiven Kulturerlebnis verbindet. IUNO steht für „Innovationszentrum für Intelligente und Immersive Technologien in der Freien Kulturszene“. Der Open Call richtet sich an Künstlerinnen, Künstler, Kreativteams und kleine Unternehmen der Kreativwirtschaft aus Berlin.

Das diesjährige Motto lautet „Anthropomorphismus – Zwischen Mensch und Maschine“. Eine Fachjury wählt ein einziges Konzept aus. Dieses wird ab Februar 2027 rund ein Jahr lang gemeinsam mit dem interdisziplinären IUNO-Team umgesetzt, am Forschungszentrum für Kultur und Informatik der HTW Berlin. Bewerbungsschluss ist der 23. November 2026 um 23 Uhr.

Worum geht es beim Thema Anthropomorphismus?

Anthropomorphismus bedeutet, Dingen, Tieren oder Maschinen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben. Wer mit einem Chatbot spricht, als säße ein Mensch auf der anderen Seite, erlebt genau das. Die Ausschreibung fragt: Wo wird Technologie menschlich, und wo wird der Mensch technologisch?

IUNO nennt mögliche Zugänge, versteht sie aber ausdrücklich als Einladung, nicht als feste Kategorien:

  • Menschliche Maschinen: der ELIZA-Effekt, Chatbots und die Vermenschlichung von Technik
  • Technologisierte Körper: Verkörperung, der Mensch als Datensatz, Body-Tracking
  • Mensch-Maschine-Beziehungen: KI-Begleiter und parasoziale Beziehungen
  • Chimären und Hybride: zusammengesetzte Wesen und die Verschmelzung von Mensch und Technik
  • Projektion und Macht: Verzerrungen (Biases), Mechanismen der Verschleierung, Macht und Einflussnahme

Der ELIZA-Effekt geht auf das Programm ELIZA zurück, das Joseph Weizenbaum in den 1960er-Jahren am MIT entwickelte. Obwohl es nur einfache Textmuster abarbeitete, schrieben viele Nutzer ihm Verständnis und Gefühle zu.

Welche Technik steht im Mittelpunkt?

Unter XR fasst die Ausschreibung Augmented Reality (AR), Mixed Reality (MR), Virtual Reality (VR) und projektionsbasierte 3D-Welten zusammen. Auf der KI-Seite nennt IUNO unter anderem Spatial AI, Embodied AI, Agentic AI, World Models, maschinelle Wahrnehmung, algorithmische Sensorik und Mehrspieler-Erlebnisse, in denen Menschen und KI zusammen agieren. Entwickelt wird das Projekt mit der Software Unity.

Besonders gute Chancen haben laut Ausschreibung Konzepte, die das immersive Potenzial von XR nutzen, um die öffentliche Debatte über die Versprechen und Risiken von KI mitzugestalten. Technische Vorerfahrung ist willkommen. Grundkenntnisse in XR und KI werden erwartet.

Was bietet das Fellowship?

  • Unterstützung dabei, das Konzept für die Entwicklungsphase zu schärfen
  • enge Zusammenarbeit mit dem IUNO-Team, das Erfahrung in XR- und KI-Entwicklung, Nutzerführung, digitaler Medienproduktion, Storytelling und Projektmanagement mitbringt
  • Einblick in agile Entwicklungsmethoden
  • einen Arbeitsplatz am Forschungszentrum für Kultur und Informatik der HTW Berlin
  • Hard- und Software auf dem neuesten Stand
  • wissenschaftliche Begleitforschung und ein Fachartikel über das Projekt
  • ein öffentliches Networking-Event an der HTW Berlin, bei dem das fertige Projekt vorgestellt wird

Zu einem Honorar oder einem Produktionsbudget macht die Ausschreibung keine Angaben. Wer dazu Fragen hat, kann sich vorab per E-Mail an das IUNO-Team wenden.

Wer kann sich bewerben?

Der Open Call richtet sich an Einzelpersonen und Teams aus Bildender Kunst, Musik, Literatur, Darstellender Kunst, Design, Fotografie und Videokunst sowie an kleine Unternehmen der Kreativwirtschaft. Voraussetzung ist ein Wohnsitz in Berlin. Außerdem erwartet IUNO:

  • Grundkenntnisse in XR- und KI-Technologien
  • Offenheit für interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • die Bereitschaft, die Begleitforschung zu unterstützen, etwa durch Interviews oder als Mitautorin oder Mitautor
  • die Teilnahme an etwa wöchentlichen Treffen (außer im August und September)
  • selbstständiges Arbeiten im August und September

Erfahrung mit interdisziplinären Kulturprojekten ist wünschenswert, aber keine Bedingung.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Die Bewerbung wird per E-Mail an hi-iuno(at)htw-berlin(punkt)de geschickt, auf Deutsch oder Englisch, in Schriftgröße 12. Dazu gehören:

  • ein Motivationsschreiben (höchstens eine DIN-A4-Seite)
  • ein Konzept auf zwei bis fünf DIN-A4-Seiten mit mindestens einer Visualisierung, etwa einer Skizze oder einem Modell; der Einsatz von KI soll möglichst genau beschrieben sein
  • eine Übersicht der nötigen Arbeitspakete und Zuständigkeiten
  • ein Kurzlebenslauf je Person (höchstens eine halbe DIN-A4-Seite)
  • für jedes Teammitglied ein Link zur Website oder ein Portfolio mit relevanten Arbeiten

Bewerbungsschluss

Bewerbungsschluss ist der 23. November 2026 um 23 Uhr. Die Jury entscheidet Anfang Januar 2027, alle Bewerberinnen und Bewerber werden per E-Mail benachrichtigt.

Wie sieht der Zeitplan 2027 aus?

  • Februar bis März: gemeinsame Konzeptphase mit Storyboard, Festlegung der digitalen Inhalte und Feinplanung
  • April: Start der technischen Entwicklung
  • Mai bis Oktober: schrittweise, agile Entwicklung mit Unity, Nutzertests, Begleitforschung, Fehlerbehebung und Optimierung
  • August und September: selbstständige Arbeitsphase ohne wöchentliche Treffen
  • November bis Mitte Dezember: Feinschliff, weitere Nutzertests, Fertigstellung und Dokumentation

Nach dem Abschluss stellt IUNO das Projekt bei einem öffentlichen Networking-Event an der HTW Berlin vor. Einen Termin dafür nennt die Ausschreibung noch nicht.

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FAQ

Häufige Fragen zum IUNO Artistic Fellowship 2027

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