Bildung

Fernstudium und Seniorenstudium in Kunst und Malerei: So hilft es dir, deine Kunst zu verkaufen

Was ein Studium leistet – und wo seine Grenzen liegen

Ein Kunststudium verkauft keine Bilder von selbst. Aber es gibt dir das Handwerk, die Sprache und die Kontakte, die Galerien und Sammler von professionellen Künstlerinnen und Künstlern erwarten – auch als Fernstudium neben dem Beruf.

Zu sehen sind Kursteilnehmer der Achtzig Kunstakademie
Kursteilnehmer der Achtzig Kunstakademie

Kunst studieren neben Beruf, Familie und Ruhestand

Viele Menschen malen seit Jahren – nach Feierabend, am Wochenende oder seit dem Ruhestand. Irgendwann kommt die Frage: Reicht das, um die eigenen Bilder auszustellen und zu verkaufen? Ein berufsbegleitendes Fernstudium oder ein Seniorenstudium in Bildender Kunst und Malerei kann der Schritt vom Hobby zur professionellen künstlerischen Arbeit sein.

Dieser Artikel zeigt, was ein solches Studium leistet, worin es sich vom Präsenzstudium unterscheidet, wie es angesehen ist und worauf du bei der Wahl achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Fern- oder Seniorenstudium lässt sich mit Beruf, Familie und Ruhestand vereinbaren – du bestimmst Ort und Tempo weitgehend selbst.
  • Ein Studium verkauft keine Bilder von selbst. Es hilft aber mit Handwerk, eigener Handschrift, professioneller Präsentation und Wissen über den Kunstmarkt.
  • Galerien und Sammler achten vor allem auf deine Arbeiten, deine Ausstellungen und deine Vita – eine fundierte Ausbildung stärkt diese Vita.
  • Abschlüsse privater Akademien sind meist keine staatlich anerkannten Hochschulabschlüsse. Frag vor der Anmeldung genau nach.
  • Achte bei der Wahl auf Betreuung, Feedback, Ausstellungsmöglichkeiten, Kosten und Vertragsbedingungen.

Was ist ein Fernstudium oder Seniorenstudium in Bildender Kunst?

In einem Fernstudium arbeitest du überwiegend zu Hause oder im eigenen Atelier. Du bekommst Aufgaben und Lernmaterial, schickst deine Arbeiten ein und erhältst Feedback – schriftlich, in Online-Besprechungen oder bei Präsenzterminen. Ein berufsbegleitendes Fernstudium ist so angelegt, dass es neben einem Job machbar ist.

Ein Seniorenstudium richtet sich an Menschen in der zweiten Lebenshälfte. An Universitäten ist das meist ein Gasthörerstudium, etwa in Kunstgeschichte, ohne praktischen Teil und ohne Abschluss. Private Kunstakademien bieten dagegen auch praktische Studiengänge in Malerei und Freier Kunst an, die sich an ältere Studierende richten.

Inhaltlich decken gute Angebote ähnliche Bereiche ab wie ein Präsenzstudium:

  • Künstlerische Praxis: Zeichnen, Malerei, Farbe und Komposition, oft auch Mischtechniken und Experimente mit Material.
  • Kunstgeschichte und Theorie: Epochen, Strömungen und zeitgenössische Positionen, um die eigene Arbeit einordnen zu können.
  • Eigene Position: die Entwicklung einer erkennbaren Handschrift und von Werkserien.
  • Professionelle Praxis: Portfolio, Präsentation, Ausstellung, Preisgestaltung und Kunstmarketing.

Wie ein Kunststudium dir hilft, deine Kunst zu verkaufen

Ein Abschluss allein überzeugt keinen Sammler. Ein Studium vermittelt aber vieles, was über den Verkaufserfolg mitentscheidet:

  • Solides Handwerk: Du lernst Techniken und Materialkunde – vom richtigen Grundieren bis zur Haltbarkeit der Farben. Käuferinnen und Käufer erwarten Werke, die über Jahrzehnte halten.
  • Eine eigene Handschrift: Galerien suchen erkennbare Positionen und zusammenhängende Werkserien, keine Sammlung von Einzelversuchen.
  • Umgang mit Kritik: Regelmäßiges Feedback von Dozentinnen, Dozenten und Mitstudierenden schärft deinen Blick. Wer gelernt hat, mit Kritik umzugehen, entwickelt sich schneller weiter.
  • Über die eigene Kunst sprechen: Kunstgeschichte und Theorie helfen dir, deine Arbeit einzuordnen und im Gespräch mit Sammlern, Kuratorinnen oder der Presse überzeugend zu erklären.
  • Professionelle Präsentation: Portfolio, Künstlerstatement, Vita und Fotos deiner Arbeiten sind die Grundlage jeder Bewerbung bei Galerien und Ausstellungen.
  • Wissen über den Kunstmarkt: Wie Galerien arbeiten, wie du realistische Preise findest und wie du dich online präsentierst, gehört bei guten Angeboten zum Studium.
  • Netzwerk und Ausstellung: Kontakte zu Mitstudierenden, Lehrenden und Ausstellungsorten sowie eine Abschlussausstellung sind oft der erste Auftritt vor Publikum.

Wie der Weg in eine Galerie konkret aussieht, beschreibt unser Leitfaden Wie deine Kunstwerke in eine Galerie kommen.

Fernstudium oder Präsenzstudium: die wichtigsten Unterschiede

Beide Wege können zu einer professionellen künstlerischen Praxis führen. Welcher besser passt, hängt von deiner Lebenssituation und deinen Zielen ab.

Für ein Fernstudium spricht

  • Flexibilität: Du lernst, wann und wo es dir passt, und kannst Beruf, Familie oder Ruhestand weiterführen.
  • Eigenes Tempo: Du nimmst dir für ein Thema so viel Zeit, wie du brauchst.
  • Kein Umzug: Du musst nicht in eine Hochschulstadt ziehen und sparst Fahrt- und Wohnkosten.
  • Eigenes Atelier: Du arbeitest von Anfang an in deinem eigenen Umfeld – so, wie später als freischaffende Künstlerin oder freischaffender Künstler.

Für ein Präsenzstudium spricht

  • Werkstätten und Ateliers: Du hast Zugang zu Räumen, Werkstätten und Material, etwa für Druckgrafik oder Bildhauerei.
  • Täglicher Austausch: Gespräche mit Mitstudierenden und Lehrenden entstehen nebenbei, nicht nur zu festen Terminen.
  • Szene vor Ort: Galerien, Museen und Ausstellungen in der Hochschulstadt sind direkt erreichbar.

Ein Fernstudium verlangt mehr Selbstdisziplin. Wer sich gut organisieren kann und regelmäßig arbeitet, profitiert dafür von der Freiheit, das Studium an das eigene Leben anzupassen.

Wie ist ein Fernstudium in der Kunst angesehen?

In der Kunstwelt zählt vor allem, was du zeigst. Galerien, Kuratorinnen und Sammler beurteilen in erster Linie deine Arbeiten, deine Ausstellungen und deine Entwicklung. Eine fundierte Ausbildung steht in deiner Vita und zeigt, dass du dich ernsthaft mit Kunst auseinandersetzt – ob als Fern- oder als Präsenzstudium, ist dabei zweitrangig.

Formal gibt es aber Unterschiede, die du kennen solltest:

  • Staatliche Kunsthochschulen vergeben staatlich anerkannte Abschlüsse wie Diplom, Bachelor oder Master. Freie Kunst wird dort fast nur als Präsenzstudium angeboten.
  • Private Kunstakademien vergeben in der Regel eigene Abschlüsse, etwa ein Diplom oder einen Meisterschülertitel der Akademie. Diese sind meist keine staatlich anerkannten Hochschulabschlüsse.

Für eine Laufbahn als freischaffende Künstlerin oder freischaffender Künstler ist ein staatlicher Abschluss keine Voraussetzung. Wichtig wird er, wenn du etwa an einer Schule unterrichten oder dich auf Stellen bewerben möchtest, die einen Hochschulabschluss verlangen. Frag deshalb vor der Anmeldung genau nach, welchen Abschluss du erhältst.

Kann man ohne Abitur Kunst studieren?

Oft ja. Viele staatliche Kunsthochschulen lassen Bewerberinnen und Bewerber mit besonderer künstlerischer Begabung auch ohne Abitur zu. Die Begabung weist du mit einer Mappe und einer Aufnahmeprüfung nach; die genauen Regeln hängen vom Bundesland und der Hochschule ab.

Private Kunstakademien legen ihre Zugangsvoraussetzungen selbst fest. Häufig reichen eine Mappe mit eigenen Arbeiten und ein persönliches Gespräch. Für ein Gasthörer- oder Seniorenstudium an Universitäten brauchst du in der Regel ebenfalls kein Abitur. Tipps für eine überzeugende Mappe findest du in unserem Artikel Bewerbungsmappe fürs Kunststudium.

Was verdient man mit einem Kunststudium?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die Einkommen in der Bildenden Kunst schwanken stark: Wenige Künstlerinnen und Künstler verdienen sehr gut, viele leben nicht allein vom Verkauf ihrer Werke. Die Einkommen, die freischaffende bildende Künstlerinnen und Künstler bei der Künstlersozialkasse angeben, liegen im Durchschnitt deutlich unter dem allgemeinen Durchschnittsverdienst.

Ein Studium ist deshalb keine Garantie für ein hohes Einkommen. Es verbessert aber deine Chancen, weil du professioneller auftrittst, realistische Preise kennst und Kontakte hast. Viele Künstlerinnen und Künstler kombinieren mehrere Einnahmequellen:

  • Verkauf von Originalen über Galerien, Ausstellungen, Kunstmessen und die eigene Website
  • Auftragsarbeiten, Editionen und Drucke
  • Kurse, Workshops und Kunstvermittlung
  • Lehrtätigkeit, Kunstpädagogik oder Kunsttherapie (mit entsprechender Zusatzqualifikation)

Gerade für Berufstätige und Menschen im Ruhestand ist ein Fernstudium eine gute Möglichkeit, die künstlerische Arbeit ohne finanziellen Druck aufzubauen und den Verkauf Schritt für Schritt zu entwickeln.

Worauf du bei der Wahl eines Fernstudiums achten solltest

Die Angebote unterscheiden sich stark in Qualität, Betreuung und Preis. Diese Fragen helfen dir beim Vergleich:

  • Abschluss: Welchen Abschluss erhältst du, und ist er staatlich anerkannt?
  • Zulassung: Kostenpflichtige Fernlehrgänge brauchen in Deutschland in der Regel eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU). Frag danach.
  • Betreuung: Wie oft bekommst du Feedback, von wem und in welcher Form – schriftlich, online oder persönlich?
  • Lehrende: Stellen die Dozentinnen und Dozenten selbst aus, und kennen sie den Kunstmarkt aus eigener Praxis?
  • Präsenzphasen: Gibt es Termine vor Ort, etwa für Atelierbesuche, Workshops oder Ausstellungsbesuche?
  • Ausstellung: Ist eine Abschlussausstellung vorgesehen, und wo findet sie statt?
  • Kosten und Vertrag: Was kostet das Studium insgesamt, was ist enthalten, und wie lange sind Laufzeit und Kündigungsfristen?
  • Kennenlernen: Kannst du vorab ein Beratungsgespräch führen oder eine Probestunde besuchen?

Fazit: Ein Studium öffnet Türen – verkaufen musst du selbst

Ein Fernstudium oder Seniorenstudium in Bildender Kunst und Malerei verkauft deine Bilder nicht von selbst. Es gibt dir aber das, was professionelle künstlerische Arbeit ausmacht: sicheres Handwerk, eine eigene Handschrift, die Fähigkeit, über deine Kunst zu sprechen, und das Wissen, wie Galerien und Kunstmarkt funktionieren. Wer ein seriöses Angebot wählt, regelmäßig arbeitet und früh ausstellt, schafft gute Voraussetzungen, um die eigene Kunst erfolgreich zu zeigen und zu verkaufen.

Hinweis: Fernstudium an der Achtzig Kunstakademie Berlin

Die Achtzig Kunstakademie Berlin bietet ein berufsbegleitendes Fernstudium der Freien Kunst und Malerei an, das sich auch als Seniorenstudium eignet, sowie einen Studiengang Kunstmarketing und Mappenkurse. Nach Angaben der Akademie schließt das Studium mit einer Diplomausstellung ab.

Mehr zum Fernstudium erzählt die Galeristin und Dozentin Diana Achtzig im Podcast „Kunst verkaufen“, etwa in den Folgen „Fernstudium Kunstakademie für Malerei Berlin“ (103) und „Art Coach Berlin“ (182).

Einen Beratungstermin kannst du telefonisch vereinbaren: 0178 4482997.

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FAQ

Häufige Fragen zum Fernstudium in Kunst und Malerei

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