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Walter Libuda: Figurenwelten eines Malers der Leipziger Schule

Theatermaler, Heisig-Schüler, Preisträger: Leben und Werk des Malers Walter Libuda (1950–2021).

Elegant gekleidete Besucher betrachten großformatige figürliche Gemälde in einem Ausstellungsraum
Symbolbild: Besucher in einer Ausstellung figürlicher Malerei

Ein Maler der Leipziger Schule

Walter Libuda wurde am 24. Juni 1950 in Zechau-Leesen im Altenburger Land geboren und starb am 6. Juli 2021 mit 71 Jahren in Berlin. Er gehört zu der Generation von Malern, die in den 1970er-Jahren an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studierten und der Leipziger Schule um Bernhard Heisig zugerechnet werden.

Mit der Neuen Leipziger Schule, unter deren Namen seit den 2000er-Jahren jüngere Maler wie Neo Rauch international bekannt wurden, ist er nicht zu verwechseln. Libuda ging früh eigene Wege: Seine Bilder sind voller rätselhafter Figuren und lassen sich keiner Richtung eindeutig zuordnen.

Vom Theatermaler zum Meisterschüler

Libuda kam über das Handwerk zur Kunst. Nach einer Malerlehre von 1965 bis 1968 arbeitete er bis 1971 als Theatermaler am Landestheater Altenburg. Von 1973 bis 1978 studierte er an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, unter anderem bei Arno Rink, und war anschließend bis 1979 Meisterschüler bei Bernhard Heisig. Bis 1985 lehrte er als Assistent an der Hochschule.

1985 zog er nach Berlin, 2004 nach Schildow am nördlichen Stadtrand, wo er bis zuletzt lebte und arbeitete.

Figuren zwischen Groteske und Traum

In Libudas Bildern bevölkern verformte, oft vereinzelte Figuren bühnenhafte Räume; Figürliches und Abstraktes stehen dicht nebeneinander. Der Kritiker Peter Funken nannte seine Malerei 2009 im Kunstforum „eine existenzialistische Kunst“, die in der Romantik wurzele. Libuda arbeitete Schicht um Schicht und oft über Jahre an einem Bild.

Ein Schlüsselwerk ist „Die Schleuse“ von 1988/89 in der Neuen Nationalgalerie Berlin: ein Gedränge von Grenzwächtern und Fliehenden in einem Tunnel, gemalt kurz vor dem Fall der Mauer. Typisch sind Werkgruppen mit Titeln wie „Fischschlucker“, „Horcher“, „Landvermesser“ oder „Die Große Schwester“. Seit den 1980er-Jahren schuf Libuda außerdem Bildkästen, farbige Keramiken und Bronzen.

Ausstellungen, Preise und Sammlungen

Schon zu DDR-Zeiten war Libuda auf den großen Kunstausstellungen in Dresden vertreten, 1990 zeigte er Arbeiten auf der Biennale in Venedig. 1992 widmete ihm die Neue Nationalgalerie Berlin die Ausstellung „Karawane“, 2000 das Lindenau-Museum Altenburg die Retrospektive „Die Höhle füllt den Berg“. Weitere Einzelausstellungen folgten unter anderem in der Kunsthalle Rostock (2003) und 2020 im Kunstmuseum Ahrenshoop.

1999 erhielt er den Fred-Thieler-Preis für Malerei der Berlinischen Galerie, 2000 den Gerhard-Altenbourg-Preis. Seit 1998 war er Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Werke von ihm besitzen unter anderem die Neue Nationalgalerie und die Berlinische Galerie, die Galerie Neue Meister in Dresden, das Museum der bildenden Künste Leipzig, das Sprengel Museum Hannover und das British Museum in London.

Libuda sammeln

Gemälde, Grafiken und Plastiken von Walter Libuda kommen über Galerien und Auktionshäuser in den Handel. Wer kaufen möchte, sollte auf eine lückenlose Herkunft achten, das Werk einer Werkgruppe zuordnen können und sich bei Bedarf an Galerien wenden, die den Künstler über Jahre ausgestellt haben. Warum Preise und Rekorde allein wenig über den Wert eines Bildes sagen, erklärt unser Artikel Kunst als Kapitalanlage.

Quellen und Literatur

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FAQ

Häufige Fragen zu Walter Libuda

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