Die Wahl des Studienorts
Wer Malerei studieren will, hat in Deutschland eine große Auswahl: von traditionsreichen Kunstakademien über Universitäten der Künste bis zu berufsbegleitenden Angeboten. Welcher Ort passt, hängt davon ab, wie frei oder angeleitet man arbeiten möchte, ob ein Vollzeitstudium möglich ist und welche künstlerische Richtung einen anzieht.
Wir stellen einige bekannte Adressen vor und zeigen, worin sie sich unterscheiden. Warum sich ein Studium der Freien Kunst überhaupt lohnen kann, beschreibt unser Artikel Warum Kunst studieren?
Staatliche Kunsthochschulen
An den staatlichen Kunsthochschulen wird Malerei meist im Studiengang Freie Kunst oder Bildende Kunst studiert, oft in Klassen bei einer Professorin oder einem Professor. Aufgenommen wird, wer mit einer künstlerischen Mappe und in einer Eignungsprüfung überzeugt; ein Abitur ist bei besonderer künstlerischer Begabung nicht immer Voraussetzung.
- Universität der Künste Berlin: eine der größten künstlerischen Hochschulen Europas. Bildende Kunst steht hier neben Musik, Gestaltung und darstellender Kunst, was Begegnungen über die Fachgrenzen hinweg erleichtert.
- Akademie der Bildenden Künste München: 1808 gegründet und eine der ältesten Kunstakademien Deutschlands. Studiert wird in Klassen, die von klassischer Malerei bis zu Installation und Medienkunst reichen.
- Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig: Ausgangspunkt der Leipziger Schule um Bernhard Heisig, Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer und später der Neuen Leipziger Schule um Neo Rauch. Bekannt für figurative Malerei und gründliches handwerkliches Können.
- Kunstakademie Düsseldorf: berühmt für ihr freies Klassenprinzip ohne festen Lehrplan. Joseph Beuys lehrte hier, Gerhard Richter studierte und lehrte hier.
Ein Blick über die Grenze: Bozen
Wer im deutschsprachigen Raum über Deutschland hinausschauen möchte, findet an der Freien Universität Bozen die Fakultät für Design und Künste. Ein reiner Malereistudiengang ist das nicht: Kunst wird dort zusammen mit Design studiert, mehrsprachig und mit Studierenden aus vielen Ländern. Für alle, die zwischen den Disziplinen arbeiten wollen, kann das reizvoll sein.
Malerei neben dem Beruf
Nicht jeder kann für ein Vollzeitstudium den Beruf aufgeben. Berufsbegleitende Angebote verbinden das Malen mit dem Alltag, ein Beispiel ist das Fernstudium der Achtzig Kunstakademie Berlin. Dort stehen neben der eigenen Handschrift Ausstellungen während des Studiums und Kontakte zu Galerien im Mittelpunkt. Mehr dazu in unseren Artikeln Kunst studieren neben dem Beruf und Fernstudium und Seniorenstudium in Kunst und Malerei.
Wie finde ich den richtigen Ort?
- Lehrende ansehen: An Akademien prägt die Klasse das Studium. Schau dir die Arbeiten der Professorinnen und Professoren und ihrer Studierenden an.
- Rundgänge besuchen: Fast alle Kunsthochschulen zeigen einmal im Jahr die Arbeiten ihrer Studierenden. Dort bekommst du den besten Eindruck von der Atmosphäre.
- Bewerbungsfristen prüfen: Die Mappe wird meist Monate vor Semesterbeginn eingereicht, die Termine unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule.
- Lebenssituation ehrlich einschätzen: Vollzeit an einer Akademie oder berufsbegleitend? Beides kann zu einer künstlerischen Laufbahn führen.
